Routerfreiheit

Unitymedia gibt Details zur freien Routerwahl bekannt

Unitymedia Connect BoxDie "Connect Box" stellt Unitymedia den Kunden kostenlos zur Verfügung.© i12 GmbH

Ab 1. August haben Internet-Kunden die Wahl: Sie können auf Wunsch einen eigenen Router einsetzen. Welche Vor- und Nachteile dies hat und welche Details beachtet werden müssen, beantwortete Unitymedia nun per Blog-Posting.

Köln – In wenigen Wochen, ab dem 1. August, tritt das Gesetz zur Routerfreiheit in Kraft. Internet-Kunden können dann einen eigenen Router zum Surfen und Telefonieren an ihrem Festnetzanschluss einsetzen, sie sind nicht länger an ein von ihrem Provider zur Verfügung gestelltes Gerät gebunden. Rund um die freie Routerwahl gibt es aber noch viele offene Fragen – insbesondere um die genauen Details. Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia (www.unitymedia.de) hat nun in einem Blogeintrag weitere Einzelheiten bekanntgegeben.

Service von Unitymedia nur für Router des Kabelnetzbetreibers

Das Kölner Unternehmen rät seinen Kunden trotz freier Routerwahl dennoch zum Einsatz der Kabelrouter, die Unitymedia seinen Kunden auch ab August im jeweiligen Tarifpaket weiterhin bereitstellt. Die Router seien für das Unitymedia-Kabelnetz optimiert, außerdem biete der Provider Service bei einer Störung oder einem Defekt des Geräts. Die Connect Box sei beispielsweise ohne Aufpreis erhältlich.

WifiSpots nicht mit eigenen Routern nutzbar

Bei Einsatz anderer Geräte müssten diese den von Unitymedia aufgestellten Netzspezifikationen entsprechen. Kunden könnten zwar mit ihren eigenen Routern dann Funktionen nutzen, die über die Unitymedia-Router nicht verfügbar sind. Auf der anderen Seite seien einige Features wie das neue WifiSpot-Netzwerk mit eigenen Routern nicht nutzbar. Die WifiSpots anderer Kunden stehen dann nicht zur Verfügung. Kostenlos mit 10 Mbit/s surfen lässt sich aber dennoch an den öffentlichen WifiSpots in den Städten. Das Datenvolumen ist hier allerdings auf 100 MB pro Tag begrenzt, danach wird auf 64 Kbit/s gedrosselt. Bei den über die WLAN-Router der Unitymedia-Kunden realisierten WifiSpots gibt es dagegen keine Volumenbegrenzung. Zudem könnten Kunden, die ihren Router als WifiSpot freigeben, an den öffentlichen WLAN-Hotspots mit bis zu 150 Mbit/s ins Netz gehen.

Technische Voraussetzungen zum Einsatz eigener Router

Unitymedia werde Kunden, die einen eigenen Router einsetzen möchten, ab August die erforderlichen Informationen zu kompatiblen Geräten bereitstellen.

Grundsätzlich müssten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Kompatibel zum Datenübertragungsstandard DOCSIS 3.0
  • Unterstützung von 24 Download- sowie 8 Upload-Kanälen
  • Unterstützung von IPv4, IPv6 sowie Dual Stack Lite
  • Unterstützung des SIP-Standards für Telefonie

Spätestens ab 1. August werde Unitymedia Details zur Spezifikation online bereitstellen. Die Router-Hersteller hätten bereits erste Informationen erhalten.

Anmeldung der eigenen Router bei Unitymedia

Setzen Kunden einen eigenen Router ein, so müssen sie diesen zunächst telefonisch beim Unitymedia-Kundenservice anmelden. Angegeben werden muss aus technischen Gründen die MAC-Adresse sowie die Seriennummer des Routers. Unitymedia könne dem Router dann das gebuchte Tarifpaket zuordnen. Die Telefonie-Einstellungen könnten Kunden danach selber im Router konfigurieren. Die dafür erforderlichen Zugangsdaten sollen im Online-Kundencenter abrufbar sein. Die Lösung zur Aktivierung der Router sei zunächst ein erster Zwischenschritt ab August, zukünftig solle diese komfortabler werden.

Kunden selbst für Firmware-Update verantwortlich

Unitymedia weist darauf hin, dass Kunden für den eigenen Router auch selbst verantwortlich sind. Support könne der Kabelnetzbetreiber für diese Geräte nicht leisten. Kunden müssten sich daher auch um die Aktualisierung ihres Routers mittels Firmware-Updates kümmern. Bei Fragen und Problemen zum Router sollten sich Kunden an den Hersteller des Geräts wenden. Auf den von Unitymedia bereitgestellten Routern werden Kunden auch zukünftig die Firmware-Updates nicht selbst einspielen können. Unitymedia prüfe weiterhin die Firmware und spiele diese dann auf die Router auf. Eine Übernahme einer von Unitymedia bereitgestellten Fritz!Box durch den Kunden ist nach Unternehmensangaben nicht möglich. Nach Beendigung des Vertrags muss sie wieder an Unitymedia zurückgeschickt werden.

Der Kabelnetzbetreiber betont zudem, dass ausschließlich Daten zur Vermeidung und Beseitigung von Störungen im Netz erfasst werden. Router-Einstellungen des Kunden sowie übertragene Inhalte würden keinesfalls ausgelesen.

Unitymedia arbeitet an Option zur Realisierung von echtem Dual Stack

Auch bei einem Wechsel auf einen eigenen Router werde die gewohnte IP-Version – also zum Beispiel IPv4 - beibehalten. Für den Einsatz von echtem Dual Stack bzw. IPv4 gebe es nur bei relativ wenigen Kunden Bedarf. Unitymedia selbst bietet seit Anfang 2013, mit Beginn der Umstellung auf IPv6, den parallelen Betrieb von IPv4 und IPv6 per Dual Stack Lite an. Von einigen Kunden wird dies kritisiert, da manche Funktionalitäten mit Dual Stack Lite nicht unterstützt werden. Unitymedia arbeite jedoch an Optionen, um interessierten Kunden zukünftig echtes Dual Stack anbieten zu können.

Bridge-Modus künftig in Unitymedia-Routern aktivierbar?

Immer wieder fragten Unitymedia-Kunden in der Vergangenheit auch nach der Aktivierung des sogenannten Bridge-Modus. Unitymedia prüfe derzeit Möglichkeiten, damit Kunden den Bridge-Modus auch in Routern von Unitymedia aktivieren und einen eigenen Router hinter dem Kabel-Modem einsetzen können. Einen konkreten Termin zur Umsetzung sowie für welche Router-Modelle dies möglich sein werde, nannte der Kabelnetzbetreiber noch nicht.

Keine Änderung werde es beim Fernsehempfang geben. Das Gesetz zur Routerfreiheit regele nur den Einsatz von Routern. Daher werde der TV-Empfang auch ab August weiterhin nicht über ein CI+ Modul, sondern etwa über die Horizon Box realisiert.

Freie Routerwahl nur bei Nutzung von aktuellen Tarifen ab Frühjahr 2013

Wichtig: Die freie Routerwahl gilt nur für Neukunden sowie Bestandskunden mit einem aktuellen Tarif ab Frühjahr 2013. Kunden mit älteren Tarifen müssen nach Angaben von Unitymedia in einen aktuellen Tarif mit neuer Vertragslaufzeit wechseln, wenn sie einen eigenen Router einsetzen wollen.

Weitere Informationen finden sich online auf www.unitymedia.de sowie im Unitymedia-Blog.

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