Warnung

Neuer Chuck Norris-Trojaner attackiert DSL-Router

ISDN© Daniel Kühne / Fotolia.com

Tschechische Wissenschaftler warnen vor einem neuen Trojaner, der sich speziell in Routern und DSL-Modems einnistet. Der Trojaner, der auf den Namen "Chuck Norris" getauft wurde, habe es vor allem auf Passwörter abgesehen.

23.02.2010, 13:18 Uhr

Prag/Brünn (red) – Tschechische Wissenschaftler von der Brünner Masaryk Universität haben einen neuen Trojaner entdeckt, der es auf Router und DSL-Modems abgesehen hat. Das schreibt das technische Magazin "Prague Daily Monitor". Das auf den Namen "Cuck Norris" hörende Schadprogramm nistet sich im Arbeitsspeicher des Routers ein und versucht vor allem sensible Passwörter für Bank- und E-Mail-Konten sowie soziale Netzwerke auszuspionieren.

Trojaner nutzt Passwortlücke aus

Der Trojaner soll laut einem aktuellen Bericht von "PC World" speziell Router befallen, die unter Linux laufen und mit MIPS-Prozessoren ausgestattet sind. Er nutze dabei keine Sicherlücke aus, sondern mache sich eine schlechte Konfiguration zu nutze. Gefährdet seien daher vor allem Nutzer, die ihren DSL-Router nicht mit einem Kennwort schützen oder das werksseitig Passwort verwenden. Im Fall von "Chuck Norris" könne man die Schadsoftware allerdings leicht wieder eliminieren. Alles was es braucht, sei ein Neustart des Routers. Dabei werde der Arbeitsspeicher des Geräts geleert und der Trojaner entfernt.

Gafahr auch durch andere Schadprogramme

Wie das US-Magazin weiter schriebt, könne der Trojaner auch andere Geräte im lokalen Netz angreifen und die Einstellungen für den Domain Name System (DNS ) ändern. Damit könnten Nutzer auf fremde Webseite geleitet werden, über die sich dann andere Schadprogramme über Sicherheitslücken auf den PC einschleichen könnten.

Hacker erichteten globales Virus-Netzwerk

Die Hacker haben offenbar ein globales Netzwerk (Botnet) errichtet, das neben Europa auch Südamerika und China umspannt. Der Hauptserver habe in Italien gestanden. Der ist nach Aussage der tschechischen Wissenschaftler zwar inzwischen vom Netz genommen, dennoch seien an anderer Stelle Kopien aufgetaucht.

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