DSL-Drosselung

Gefährdet die Telekom die Netzneutralität?

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Mit der Ankündigung, künftig die Internettarife fürs Festnetz zu drosseln, sorgt die Telekom derzeit für Diskussionen. Dabei ist die Tatsache, dass Powersurfer ausgebremst werden, vielleicht ärgerlich, aber gar nicht das eigentliche Problem. Das Stichwort heißt Netzneutralität.

Linden (red) - Nun ist es also so weit: Wer ab 2. Mai einen DSL-Vertrag mit der Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) abschließt, bekommt keine richtige Flatrate mehr, auch wenn Flatrate draufsteht. Je nach Tarif sind dann nur noch zwischen 75 und 400 Gigabyte pro Monat mit normaler Surfgeschwindigkeit enthalten, danach wird man auf DSL-light-Geschwindigkeit heruntergebremst - was bewegte Bilder und ganz generell das Laden größerer Dateien de facto unmöglich macht.

Wer braucht schon 75 Gigabyte?

75 GB pro Monat im kleinsten Tarif, das klingt für einen gelegentlichen Internetnutzer, der ab und zu bei YouTube reinschaut und sonst meist nur Mails schreibt, googelt und ein paar Urlaubsfotos in der Cloud hochlädt, sehr viel - und in der Tat räumt sogar die Telekom ein, dass nur drei Prozent der Nutzer "problematische" Powersurfer seien. Insofern dürfte der Konzern durch zuzubuchenden Traffic - so soll es ja künftig laufen - keine so hohen Mehreinnahmen haben, wie es derzeit den Anschein haben mag und wie es zur Finanzierung des Netzausbaus eigentlich bitter nötig wäre.

Datenverkehr wird massiv anwachsen

Doch die versurften Volumina werden keinesfalls auf dem heutigen Stand verbleiben, sondern sehr schnell sehr viel höher steigen. Experten gehen derzeit von einer Vervierfachung des Traffics bis 2016 aus, also dem Jahr, in dem die Telekom-Datendrossel angeblich technisch umgesetzt wird. Somit werden später viel mehr Menschen als heute zusätzlichen Traffic wünschen und brauchen, denn die datenintensiven Anwendungen nehmen auch für Otto Normalsurfer zu - etwa durch vernetzte Heimarbeitsplätze und das Arbeiten in der Cloud, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die Telekom wird also recht viele zusätzliche Datenpakete verkaufen können.

Immer billiger, immer mehr drin

Problematisch an den neuen Telekom-Tarifen (und an den künftigen Tarifen der Konkurrenz, das gilt als sicher) ist also weniger die Tatsache, dass das Surfen für etliche Nutzer voraussichtlich in drei Jahren teurer werden wird - denn die Breitbandtarife sind in den letzten Jahren immer billiger geworden, während ihre Nutzung gleichzeitig immer mehr ermöglicht. Den User für zusätzlichen Traffic zur Kasse zu bitten, ist also aus Sicht der Anbieter nachvollziehbar - und aus der eines neutralen Beobachters ebenfalls.

Das eigentliche Problem an der Sache

Doch die Telekom ist nicht nur Anbieter von Internetzugängen, sie offeriert auch Fernsehen via Internet, sie ist Kooperationen mit Musikdiensten und Videotheken eingegangen. Und genau diese Dienste - und das ist der ganz große Haken an den neuen Telekom-Tarifen - werden künftig nicht auf das versurfte Volumen der Kunden angerechnet, haben also Vorfahrt. Das würde allem Anschein nach die so genannte Netzneutralität verletzen, ein ungeschriebenes Gesetz, das besagt, dass jeder Dienst, der im Datennetz unterwegs ist, von den Anbietern gleich behandelt werden soll. Inzwischen hat die Netzagentur verlauten lassen, die Pläne der Telekom diesbezüglich genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bis 2. Mai gibt es noch Tarife ohne Drossel!

Übrigens: Bestandskunden bleiben bei all diesen Plänen außen vor. Wer noch einen der alten Verträge, die keine Drosselung beinhalten, abschließen möchte, hat noch bis einschließlich 1. Mai 2013 Gelegenheit dazu.

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