Umstellung

Drosselung auch für Telekom-Altkunden möglich

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Eigentlich sollte nur für Neukunden die Drosselung, die sich die Telekom ab 2. Mai in ihren Festnetztarifen vorbehält, Vertragsbestandteil sein. Wir erklären, warum unter bestimmten Umständen auch Bestandskunden davon betroffen sein können.

30.04.2013, 11:54 Uhr

Linden (red) - In der vergangenen Woche hatte die Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) die schon länger durchs Netz geisternden Gerüchte um eine Drosselung ihrer Internetkunden beendet und offiziell bestätigt, dass die Datendrossel ab 2016 umgesetzt werden wird. In Neuverträgen, die ab Donnerstag (2. Mai) abgeschlossen werden, ist die Drosselung schon festgeschrieben. Je nach Vertrag kann damit schon bei 75 GB Schluss sein mit Highspeed, bei Erreichen dieses Volumens werden die Kunden für den Rest des Monats auf 384 Kbit/s (das so genannte DSL light) eingebremst.

Bestandskunden sind ausgenommen - eigentlich

Die Telekom hat in ihrer Mitteilung ausdrücklich versichert, dass Bestandskunden von dieser Regelung ausgenommen sind - und das ist auch der Fall, solange sie nichts an ihrem Vertrag ändern. Wenn man jedoch einen Vertrag zu neuen Konditionen eingeht, beginnt eine neue Laufzeit, und man ist dann gewissermaßen Neukunde. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn man von einem Call & Surf-Vertrag zu einem Entertain-Vertrag wechselt, also noch Fernsehen via Internet dazubucht. Gleiches gilt, wenn ein Altkunde, der noch einen Internetvertrag ohne Call & Surf hat, in einen der neuen Tarife wechseln möchte. In allen diesen Fällen beginnt die Vertragslaufzeit von vorn, man schließt also auch als Bestandskunde noch einmal einen neuen Vertrag ab.

Wenn der Konzern zu einer Vertragsumstellung aufruft

Ein Sonderfall ist dann gegeben, wenn der Konzern seine Kunden zu einer Vertragsumstellung aufruft. Das kann passieren, wenn zum Beispiel im Rahmen einer Portfoliobereinigung ganz alte Tarife nicht mehr fortgeführt werden. In solchen Fällen können die Kunden entweder kündigen oder in einen der momentan gültigen Tarife wechseln, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Das war zum Beispiel Anfang 2011 der Fall, als der Konzern die Tarife T-ISDN Standard, T-ISDN Komfort und T-Net 100 komplett gestrichen hat; diese Angebote konnten dann auch von Bestandskunden nicht mehr genutzt werden.

Wäre ich von der Telekom-Datendrossel betroffen? Weitere Infos und Hintergründe gibt es unter diesem Link.

Und solch eine konzernseitige "Bitte" um eine Umstellung des Vertrags wird aller Voraussicht nach bis 2018 sämtliche Telekom-Bestandskunden ereilen, die noch einen herkömmlichen Festnetzanschluss haben und keinen der internetbasierten All-IP-Anschlüsse. Die Telekom hatte schon vor längerer Zeit klargestellt, dass an einer Umstellung aller Anschlüsse auf All-IP-Basis früher oder später kein Weg vorbeigehen wird. Ende der Nullerjahre war sogar von 2012 als dem Jahr der Umstellung die Rede gewesen, nun wird 2018 angepeilt. Diese Anschlussart ist für alle Konzerne, nicht nur für die Telekom, erheblich kostengünstiger als die herkömmlichen Festnetzanschlüsse - und deshalb bietet auch kaum ein Wettbewerber mehr "richtiges" Festnetz an. Sprich: Die Telekom setzt etwas um, das die Konkurrenz schon seit langem praktiziert.

In allen genannten Fällen gilt: Die Kunden bekommen einen neuen Vertrag zu den derzeit geltenden Konditionen, und ab 2. Mai ist das ein Vertrag mit Datendrossel. Wer All-IP-Bestandskunde ist, dem passiert nach derzeit geltendem Kenntnisstand gar nichts, denn sein Vertrag entspricht ja bereits dem künftigen Standard. Branchenbeobachter gehen übrigens - allen anders lautenden Beteuerungen zum Trotz - davon aus, dass die Drossel früher oder später auch bei der Telekom-Konkurrenz kommen wird. Die Frage ist nur, wann. Wenn man sich noch einen Vertrag ohne eingebaute Bremse sichern kann, sollte man das tun.

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