Für 100.000 Haushalte

Alice versorgt Hamburgs Innenstadt mit 100 Mbit/s

Frau am PC© Dmitry Ersler / Fotolia.com

Der Provider HanseNet schickt sich über seine DSL-Tochter Alice erstmals an, eine komplette Innenstadt mit einem eigenen Glasfaser-Highspeed-Netz auszustatten. Mit dieser Anbindung wird auch die "letzte Meile" zur Telekom überflüssig.

25.10.2007, 08:47 Uhr

Als erster bundesweit tätiger Telekom-Konkurrent will HanseNet unter seiner DSL-Marke Alice eine gesamte Innenstadt mit einem eigenen Glasfasernetz bedienen. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" in seiner Online-Ausgabe berichtet, plant HanseNet, ein Tochterunternehmen von Telecom Italia, in der City von Hamburg bald 15.000 Häuser mit deutlich mehr als 100.000 Haushalten mit einer direkten Glasfaseranbindung zu versorgen.

Hamburg ist Testlauf für weiteren Ausbau

Das macht es leichter, Kunden für neue Angebote wie Internetfernsehen und Videokonferenzen zu werben. HanseNet vermarktet dann Online-Anschlüsse mit rund 100 Megabit pro Sekunde, doppelt so schnell wie die bisher schnellsten Anschlüsse der Telekom. Der Ausbau ist für HanseNet-Geschäftsführer Harald Rösch ein Test, bevor er weitere Hamburger Ortsteile und andere Städte an die eigene Infrastruktur anschließt. Bundesweit hat der Provider derzeit 2,2 Millionen DSL-Kunden; nur die Telekom und United Internet (1&1) haben mehr Verträge.

HanseNets Pläne richten sich direkt gegen die Deutsche Telekom. Dem Ex-Monopolisten drohen damit weitere Kundenverluste in Deutschlands zweitgrößter Stadt. Dort ist bereits jetzt rund jeder zweite DSL-Nutzer Kunde von HanseNet. Bislang versorgt die Telecom-Italia-Tochter ihre Kunden mit DSL und Telefonie über die Kupferleitungen der Deutschen Telekom.

Kosten für "letzte Meile" entfallen künftig

Dafür erhält der Bonner Telekom-Konzern derzeit 10,50 Euro im Monat pro Haushalt. Bei jedem Kunden, dessen Online-Anschluss künftig über das neue Hansenet-Netz läuft, entfällt diese Zahlung dagegen. Zudem will HanseNet seine Glasfaserleitungen auch weiteren Konkurrenten der Deutschen Telekom wie Arcor oder Freenet zugänglich machen. Damit will Firmenchef Rösch die Investitionen von voraussichtlich mehr als 50 Millionen Euro wieder hereinholen.

Ähnliches gilt für den Kölner Provider NetCologne und die Münchener M-net, die jüngst ebenfalls angekündigt hatte, ihr Hochgeschwindigkeitsnetz auch für die Konkurrenz zu öffnen.

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